Beschreibung für Fachleute: was ist Lifespan Integration?

 

Lifespan Integration ist eine neue Therapie, die neuronale Strukturen und Aktivierungsmuster innerhalb des Körper-Geistsystems integriert, und sie auf dem Kontinuum der Lebenslinie eingliedert. Diese neue Methode nutzt die unserem Körper innewohnende Fähigkeit, sich selbst zu heilen. Eine große Rolle spielt dabei die Stimulierung der neuronalen Plastizität und die Bildung neuer Neuronennetzwerke. Diese elegante Methode eignet sich für die Arbeit mit Erwachsenen sowie mit Kindern und Jugendlichen, die traumatischen Ereignissen ausgesetzt waren oder sind. Die LI-Behandlung bewirkt die Integration von dissoziierten Ich- und Gefühlszuständen ins ganzheitliche Selbst des Klienten und eine klare Unterscheidung zwischen „damals - vorbei“ und „heute - jetzt“. Die LI Therapie heilt auf einer tiefen Ebene ohne Retraumatisierung.

 

Lifespan Integration hat sich als autonome Therapieform international bewährt. LI kann angewendet werden, um Traumata zu klären oder eine kohärente, integrierte Ich-Struktur aufzubauen, oder beides, sowie zur Affektregulation und zur Heilung von Bindungsstörungen. Die LI Therapie kann bei Mono- und auch bei Komplextrauma angewendet werden: z.B. bei erlebter Gewalt, Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch. Diese Methode eignet sich auch zur Auflösung von frühkindlichen, präverbalen Traumata: z.B. fötale und geburtsbedingte Ereignisse. Lifespan Integration wendet, je nach Fall, verschiedene Prozesse an (so genannte Protokolle). All diesen Prozessen ist die Wiederholung einer visuellen und empfindungsverbundenen Zeitlinie gemeinsam, die zum Zeitpunkt des zu klärenden Ereignisses beginnt, oder bei der Geburt, oder in der vorgeburtlichen Zeit.

 

Ausgehend von einer aktuellen Thematik benützt die LI eine sogenannte „Affektbrücke“, um ein vergangenes, noch nicht geklärtes Ereignis, das mit dem aktuellen Problem verwandt ist, zu finden. Der Therapeut leitet den Klienten an, diese vergangene Erinnerung in seiner Vorstellung nochmals zu erleben, wobei diesmal das kindliche-Ich Hilfe und Trost erhält. Das Körper-Geistsystem des Klienten erlebt durch das wiederholte Anschauen des „Films seines Lebens“, dass die Zeit vergangen ist und das Leben heute anders ist. Diese Erfahrung geschieht auf einer tiefen Ebene, die die im Hirnstamm und im limbischen System gespeicherten Erinnerungsanteile wieder mit dem präfrontalen Kortex verbindet.

 

Die mit dem aktuellen Problem zusammenhängenden Erinnerungen treten spontan ins Bewusstsein; diese Erinnerungen werden mit den Erinnerungsbildern der Lebenslinie vernetzt und die Wiederholung der Zeitlinie führt zur Konsolidierung der neu gebildeten Neuronennetze. Im Verlauf der Sitzungen tauchen die inneren Ressourcen des Klienten spontan auf und brauchen deshalb im allgemeinen nicht im Voraus speziell bearbeitet zu werden. Neurobiologisch gesehen erlaubt dieses Vorgehen den im limbischen System „gestrandeten“ Erinnerungen, den Hippocampus zu passieren und in den „normalen“, autobiografischen Erinnerungsfluss eingegliedert zu werden.

 

Während des Durchlaufens der Lebens-Zeitlinie werden die auftauchenden, visualisierten Erinnerungsbilder nur kurz berührt. Somit vermeidet LI, trotz ihrer Effizienz, eine emotionale Überflutung und Retraumatisierung und durch die Wiederholungen der Zeitlinie entsteht eine gesunde Distanzierung. Der dadurch resultierende Panoramablick führt natürlicherweise zu neuen Erkenntnissen: über die angewendeten, lebenslangen, archaischen Schutzreaktionen, Entscheidungen und nicht-funktionalen Verhaltensmuster.

 

Peggy Pace ist es gelungen auf einfache Art und Weise, die in der Vergangenheit feststeckenden Erlebnisse wieder in Fluss zu bringen und der behandelten Person den Zugang zu ihrem vollen Potenzial, Autonomie und Bindungsfähigkeit zu ermöglichen.

Während der LI Therapie ist die Fähigkeit des Therapeuten, einen sicheren Raum zu kreieren und zu halten und die Qualität seiner Beziehung zum Klienten, sowie seine Fähigkeit sich einzustimmen, den richtigen Rhythmus zu finden, maßgebend; es ist wichtig, dass er präsent und geerdet bleiben kann, d.h. dass er selber genügend Integration und Kohärenz besitzt.

 

Lifespan Integration kann unter anderem mit Erfolg angewendet werden bei:

• mangelnder Affektregulation

• Bindungsstörungen

• Dissoziation

• Mono und komplex Trauma

• Missbrauch /Vernachlässigung / Gewalt

• Phobien

• Panikattacken